Ein langer Arbeitstag ist vorbei. Doch statt sich auf die Couch zu fläzen, die Beine hochzulegen und alle Fünfe gerade sein zu lassen, macht sich Willi Vogler direkt auf den Weg zu seinen sieben Tinkern und dem Pony Amaretto, die samt seiner Frau Anne schon auf ihn warten. Seit fast acht Jahren haben die Voglers einen Hofanteil in Münster-Wolbeck gepachtet und alles peu á peu in einen Pferdetraum verwandelt. Auf etwa drei Hektar Areal mit vielen Weiden, Offenstall, Reitplatz, Round Pen und einem gemütlichen Stübchen spielt sich seither das Leben der Voglers ab.

Willy Vogler und seine Tinker

Willy Vogler und seine Tinker

„Als ich das erste Mal ganz bewusst einen Tinker gesehen habe, war es Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Anne Vogler. „Wir haben damals unsere Tochter auf ein Turnier begleitet und plötzlich kam dieses imposante, gescheckte Pferd um die Ecke gebogen und mir war sofort klar: So eins will ich auch!“

Der Familienzuwachs ließ nicht lange auf sich warten. Die Voglers kauften sich erst einen Tinker und noch einen und fanden schließlich auch das passende Zuhause: Einen idyllisch gelegenen Hof in Münster-Wolbeck, den sie im Laufe der Jahre mit viel Engagement und Liebe zum Detail zu dem gemacht haben, was er heute ist: eine Wohlfühloase für Mensch und Pferd.

Da Willi Vogler selber nicht reitet und auch seine Frau sich nicht mehr so oft in den Westernsattel schwingt, hat jedes der inzwischen sieben Tinker eine weitere Bezugsperson, die sich intensiv mit dem Tier beschäftigt. „Dabei geht es nicht nur um das Reiten, uns ist ein guter Umgang mit unseren Pferden wichtig.“ betont Anne Vogler, „Bei uns geht es in erster Linie um das ErLeben mit Pferden!“ Schon seit langem arbeiten die Voglers mit Jana Feldermann zusammen, die ihre Pferde ausbildet und auch die Reiterinnen vom „Team Tinker Irelands“ trainiert. „Die Tiere brauchen viel Zeit und Beschäftigung – dann sind sie die Ruhe selbst. Und genau das geben wir ihnen hier.“ Während Willi Vogler auf einem Baumstamm sitzt und über sein Leben und seine Pferde plaudert, kommt Drogheda von hinten an, und legt ihren Huf über seine Schulter als wolle sie sagen: „Richtig schön hier, Boss!“ Dass die Tiere, die hier so viel Freiraum wie nur eben möglich haben, den Menschen vertrauen und umgekehrt, das sieht und spürt man. Seit einiger Zeit studiert das Team übrigens auch kleine Showeinlagen ein, mit denen die „Tinker Irelands“ die tolle Pferderasse und die Harmonie zwischen Mensch und Tier vorstellen möchten. Bei den Auftritten reiten die Pferde sogar ohne zu zögern durch Papierwände, was ein bedingungsloses Vertrauen zu ihren Menschen zeigt.

Das ganze Projekt, welches die Voglers übrigens ausschließlich privat betreiben, bedeutet natürlich nicht nur Spaß, sondern auch jede Menge Arbeit. „Oft bin ich morgens zwischen fünf und sechs schon bei unseren Pferden und nach der Arbeit geht es dann nahtlos weiter“, so Vogler, „Ich bin im Team für das Grobe zuständig und meine Frau für das Feine. Das alles hier ist auch nur gemeinsam zu schaffen.“

Und Urlaub? „Das Leben hier in der Natur mit den Pferden ist für mich Entspannung“, stellt Vogler klar, „Ich habe hier alles. Was will ich mehr?“ Dem ist nichts hinzuzufügen …

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