Gerade habe ich in einem Yogaforum ein Statement zum Thema „Wo sind die guten Yogalehrer hin?“ gehört, was mich nachhaltig noch etwas beschäftigt.

Im Statement wurde bemängelt, dass viele Yogalehrer den Unterricht zur Eigenpraxis nutzen und ihren Schülern nicht mehr richtig „dienen“ würden – sprich, sie unterstützen die Schüler nicht mehr aussreichend darin, in die „korrekte“ Haltung zu kommen …

Grundsätzlich mag ich das „Vorturnen“ ja auch nicht, aber es kommt auch ein wenig auf den Unterrichtsstil und die Gruppe an.

Dass ein Lehrer bei einem eher statischen Yogastil nicht mitmacht, ist irgendwie klar.

Bei einem eher dynamischen Unterrichtsstil fühlen sich die Yogaschüler – besonders die Anfänger – einfach sicherer, wenn sie sich optisch auch etwas orientieren können. Und dann kommt es auch auf Gruppengröße an. Je größer die Gruppe, desto schwieriger wird es mit dem indivudellen und persönlichen Unterrichten 😉 …

Ich adjuste viel mit Stimme und weise immer wieder darauf hin, auf den Körper zu hören und die persönliche Grenze zu finden.

 

Was genau ist bitteschön „korrekt“?

Wenn Lehrer meinen, mich in die vermeintlich richtige Haltung zu pressen, bin ich raus – ich mag das überhaupt nicht … Und so gebe ich selbst – wenn überhaupt – nur leichte Impulse. Jeder Körper ist anders und individuell und nur weil im Yogalehrerhandbuch eine „korrekte“ Haltung so und so beschrieben wird, heißt es nicht, dass sie für jeden so gut und richtig ist!

Und genau das ich möchte vermitteln. Soweit, wie es bei jedem einzelnen geht, ist es genau passend. Denn im Grunde bist du selbst dein bester Lehrer. Durch das liebevolle Spüren kommst du immer mehr in deinem Körper und dir an – da braucht es nicht zwangsweise jemanden, der ständig an dir rumzuppelt …

Klar – gibt es immer wieder Ausnahmen und natürlich habe ich immer ein Auge darauf, dass die Positionen nicht so eingenommen werden, dass sie sich möglicherweise kontraproduktiv auswirken …

Zudem sage ich immer Alternativen an, da ich meist sehr gemischte Gruppe habe …

Für mich persönlich ist die Asanapraxis eh nur Beiwerk, auch wenn sie dann meist doch sehr guttut. Ich liebe einfach philosophische, poetische, tiefgehende fließende Stunden, aber so ist eben jeder anders <3.

Aber nun die Frage: bin ich eine gute Yogalehrerin?

Für einige Menschen bin ich das ganz sicher, andere brauchen einfach etwas anderes.

Ich selbst lege Wert auf

  • Kreativität und Vielfalt
  • ein wenig Poesie und eine gute Wortwahl
  • eine angenehme Stimme und eine gute Tonalität
  • präzise Anweisungen, die es mir erlauben, auch ohne nach vorne zu schauen durch die Stunde zu fließen
  • ausreichend Raum zum Nachspüren
  • Humor und Spaß
  • Philosopie und Psychologie
  • Inspirationen für den Alltag
  • entspannende und meditative Elemente
  • eben rundum „runde“ Yogastunden, egal ob sie eher sanft oder fordernd sind

Ich mag Musik und setzte sie auch ein. Manchmal sind meine Klangschalen dabei oder meine Koshis. Vielleicht lerne ich bald noch ein Instrument oder wage mich ans Singen, weil ich es einfach wunderschön finde. Und ich liebe, was ich tue. Ich bin mit ganzem Herzen bei der Sache und wenn ich damit Herzen und Seelen berühren kann, dann ist es mir eine ganz besondere Freude.

Nach diesen Kriterien gestalte ich meinen Yogaunterricht. Und der ist – wie ich es in meinem Poetry-Slam erwähnt habt – mal schnell mal langsam, mal laut, mal leise – aber eben immer auf meine Weise.

Wer sich hier angesprochen fühlt, der wird sich bei mir bestimmt gut aufgehoben fühlen.

 

Das gibt es bei mir nicht

Wer viele Routinen und ähnliche Abfolgen mag und verwirrt ist, wenn der Sonnengruß immer mal wieder anders angesagt wird, ist bei mir falsch. Wer gerne und viel adjustet werden möchte und Schritt für Schritt Anleitungen braucht, der wird bei mir ebenfalls nicht glücklich werden. Wer einen Spiegel bevorzugt, um sich in der Haltung zu sehen statt sie zu spüren, sieht bei mir schwarz. Wer eine laaaannnnggezogene laaaangsame Ansaaaaaaagen braucht, dem werde ich auch nicht dienen können. Wer es nüchtern und ohne viele Bilder mag, wird vermutlich die Augen verdrehen. Ich kann auch ganz sanft und liebe es auch mal „yinyogisch“, aber wer sich nicht so gerne bewegt und lieber statisch übt, dem werde ich ebenfalls nicht gerecht werden. Und für wen das „Om“ unbedingt dazu gehört, der wird bei mir etwas vermissen.

Aber bin ich deshalb eine schlechte Yogalehrerin? Nein.

 

Die einen mögen es so und die anderen so. Und zum Glück bietet Yoga diese Vielfalt!

Es hat ein wenig gedauert, bis ich verstanden habe, dass es mir niemals gelingen wird, es allen recht zu machen. Ich muss und möchte es heute auch garnicht mehr, denn das würde bedeuten, dass ich nicht immer authentisch bin, sondern mich am Außen orientiere.

 

So, wie wir eben sind, ist es gut und richtig

Ich bin ich und so wie ich bin, und so bin ich gut und richtig. Und genau das möchte ich jedem Einzelnen vermitteln. Wir alle sind so, wie wir eben sind, gut und richtig. Unperfekt perfekt oder andersrum, egal. Sich das zu erlauben und einzugestehen ist authentisch. Und genau diese Authenzität, die ich heute wirklich lebe, macht mich zu einer guten Yogalehrerin. Ich spiele nichts vor, sondern bin einfach ich und mache es auf meine ganz eigene Weise. Auch, wenn es nicht jedem passt oder gefällt – es gibt unzählige Alternativen! Aber genau diese Authenzität ist für mich eine der wichtigsten Kriterien für einen guten Yogaunterricht. Was ich tue und sage, sollte ich auch so leben und es nicht nur machen, um anderen zu gefallen.

 

Danke, dass ich so sein darf, wie ich bin

An dieser Stelle ein großes und herzliches Danke an meine wundervollen Schüler, die mich jetzt teilweise schon über viele Jahre begeleiten. Durch euch habe ich immer mehr gelernt, zu mir zu stehen und mich zu öffnen. Danke!

 

Ich freue mich über …

Und wie immer: Wenn dir meine Beträge gefallen, freue ich mich wirklich riesig über ein Feedback im Kommentar und auch über deinen Like Daumen meine Facebookseite. Teilen ist ebenfalls herzlichst erwünscht <3!

Bis bald und Namasté!

 

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