Es ist immer wieder interessant zu hören, aus welchen Gründen die Menschen zum Yoga kommen und was sie sich von Yoga erwarten.

Tatsächlich sind die meisten „Neulinge“ schon soweit aufgeklärt, dass sie beim Yoga keine neue hippe Trendsportart erwartet. Die meisten Menschen versprechen sich vielmehr, durch Yoga, mehr Ruhe in ihr Leben und in ihren Geist zu bekommen.

 

Nach einer Yogaeinheit fühle ich mich leicht wie eine Feder

„Ich habe früher schon mal Yoga gemacht und habe mich hinterher immer so frei gefühlt, als würde ich schweben“, sagte eine Teilnehmerin, „Ich weiß gar nicht, warum ich damit aufgehört habe.“ Mit ein wenig Übung kann man beim Yoga wirklich einiges loslassen, ganz viel Ballast abwerfen und so entsteht das Gefühl, leicht zu sein und ein wenig zu schweben. Das kann ich bestätigen.

 

Raus aus dem „Höher, schneller weiter“ …

Tatsächlich ist so, dass wir heute immer mehr funktionieren müssen und der Geist vor lauter Stress, den wir uns in der Regel selber machen, einfach nicht zur Ruhe kommt. Nichts mit Schweben. In der Regel spielt sich das Leben heute in der Vergangenheit und in der Zukunft ab. Während wir beispielsweise spazieren gehen, sind unsere Gedanken noch im „Gestern“ bei der schönen Party oder dem streit mit dem Chef, oder schon im „Morgen“ bei den Dingen, die es später noch zu erledigen gilt. Selten nehmen wir wirklich das bewusst war, was JETZT und leben wirklich mal – meistens leben wir irgendwie am Leben vorbei und das ziemlich schnell!

 

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Das Leben auf der Überholspur mag zwar das Geld in den Kassen klingeln lassen, aber ist es das, was wir wollen? Ein dickes Bankkonto, ein chices Eigenheim, teure Klamotten und gelegentlich, wenn es die Zeit erlaubt, ein Luxusurlaub?

 

Das alles geht mit Yoga

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Yoga bietet jedenfalls eine gute Möglichkeit, mal wirklich ganz tief in sich reinzuhören, die Stille kennenzulernen und sich dabei selbst zu finden. Yoga hilft, ins Fühlen zu kommen und den Kopf abzuschalten. Innere Ruhe zu finden. Achtsamkeit zu üben. Im Hier und Jetzt zu sein. Sich an kleinen Dingen zu erfreuen. Dankbarkeit zu entwickeln. Den Körper fit zu halten. Rücken- oder Nackenschmerzen zu lindern. Verspannungen aufzulösen. Entspannung zu fördern. Besser zu schlafen. Gelassenheit zu finden. Weniger zu Urteilen. Sich auf das Sein zu konzentrieren und von Haben(wollen) Abstand nehmen. Spaß zu haben. All das kann man tatsächlich mit Yoga erreichen.

 

Mit ein paarmal Yoga ist es nicht getan

Aber: Yoga ist kein Allheilmittel und hilft auch nicht von heute auf morgen. Und es ist nichts, was man zwischendurch mal einnimmt und dann wieder absetzen kann. Und auch hier heißt es dranbleiben und ein wenig Disziplin ist dafür schon erforderlich.

Und tiefere psychische Problem oder Burnouts lassen sich nicht (nur) mit Yoga „behandeln“ – Yoga kann aber begleitend durchaus seine Wirkung zeigen! Und natürlich ist es sinnvoll, Yoga als „Präventivmaßnahme“ in sein Leben zu integrieren, besonders dann, wenn man sehr stressanfällig ist.

Und auch bei körperlichen Problemen heißt es Vorsicht, denn grundsätzlich ist Yoga zwar sehr gut, aber wer mit schwerwiegenderen körperlichen Baustellen „ausgestattet“ ist, sollte sich hier wirklich genaustens informieren und lieber einen Kurs bei ausgebildeten Yoga-Therapeuten besuchen.

Gerade, wenn man sehr gestresst und ziemlich verkopft ist, dann dauert es eine Weile, bis ansatzweise Entspannung eintritt. Bis es gelingt, die anschmiegsame oft überaus aufdringliche und nervtötende innere Stimme wirklich mal für einen Moment oder sogar ein paar Momente richtig loszulassen.

Mein erster Versuch diesbezüglich ist ja auch kläglich gescheitert und leider hatte ich damals einfach überhaupt keine Geduld. Einmal probiert, für nicht gut befunden und Ende. Schade.

Denn Yoga hätte mir auch schon vor 20 Jahren zu mehr Ruhe und mehr Sinn verhelfen können. Aber so bin ich dann noch weitere Jahre dem „Höher, schneller, weiter“-Strom gefolgt, immer auf der Suche nach Anerkennung und dem Streben nach mehr. Glück? Glück kann man nicht finden, wenn man nicht bei sich selbst ist und sich vom „Außen“ bestimmen lässt.

 

Yoga ist nicht gleich Yoga – Pioniergeist erforderlich

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Und zudem ist Yoga nicht gleich Yoga, denn es gibt neben den vielen unterschiedlichen Angehensweisen der einzelnen Yogastile auch so viele unterschiedliche Yogalehrer und auch hier muss es passen. Wenn einem die Stimme zu quäkig ist und die Art des Lehrers nicht so wirklich passt, dann hat es wahrscheinlich auch wenig Sinn, hier einen Kurs „durchzuhalten“. Dann solltet ihr lieber nochmal etwas rumschauen und rumprobieren, bis ihr einen Stil und Lehrer gefunden habt, wo ihr euch wohl fühlt.

Als ich während meiner Yogalehrerausbildung verschiedene Stunden anderer Yogastile besucht habe. war ich wirklich überrascht, wie krass die Unterschiede sind. Dafür, dass ich in meine Ausbildung ja ziemlich blauäugig reingestolpert bin, kann ich wirklich nur sagen: ich habe mit Vinyasa-Yoga wirklich meinen Yogastil gefunden.

Vinyasa-Yoga ist so vielseitig und ich liebe es, mich auch körperlich zu spüren und die Entspannung in der Bewegung zu finden. Für alle, die sich gerne auch mal auspowern und auch Muskeln aufbauen wollen, ist Vinyasa-Yoga sehr zu empfehlen. Darüber hinaus meditiere ich viel und praktiziere Yoga-Nidra.

In Kürze stelle ich hier auch Berichte über einzelne Yogastile ein. Wenn man sich vorab schon ein wenig informiert, dann ist die Suche nicht mehr ganz so aufwendig :-).

 

Love, Kerstin.

 

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