Kennst du das? Immer wieder gibt es Momente, in denen ein anderer mit einer scheinbar unscheinbaren Äußerung oder Tat ein grässliches Grummeln in dir hervorruft. Einen Piekser, der durch Mark und Bein geht und manchmal ganz schön weh tut und für innere Unruhe sorgen kann … „Trigger, ich hör dir trapsen!“

Und auch, wenn vom Verstand her klar ist, dass das mit den Verletzungen in der Vergangenheit zusammenhängt und dein Gegenüber das wahrscheinlich auch ganz anders gemeint hat, ist da eben dieses heftige Gefühl, was ohne Vorwarnung einfach da ist. Und die Frage, wie man nun damit umgeht.

 

Trigger ist nicht gleich Trigger …

Die  Intensität der Piekser hängt meistes auch davon ab, wie nahe wir dem „Auslöser“ stehen. Ist es jemand, den wir nur flüchtig kennen, löst sich der Trigger meist nach einem kurzen Aufreger über das unsägliche Verhalten des anderen in Luft auf.

Aber wie sieht es damit aus, wenn Freunde, Familienmitglieder, gute Bekannte oder auch  Arbeitskollegen immer wieder in dieselbe Kerben hauen?

Ich habe innerhalb eines recht kurzen Zeitraums beides erlebt: ich fühlte mich von einer mit vertrauten Person immer wieder sehr stark angetriggert und habe umgekehrt auch jemand anderes unbewusst mit meinem Verhalten verletzt.

Wegatmen oder ansprechen?

Im ersten Fall habe ich zunächst versucht, mir immer wieder zu sagen, dass das eben mein Thema ist und ich „über“ diesen Dinge stehe und das „wegatmen“ kann … Das geht vielleicht eine Weile gut, aber irgendwann bricht es dann meist doch.

Und so ist es mir auch ergangen. Das Zusammensein fühlte sich für mich durch das Gefühl, mich nicht zeigen zu dürfen / zu können, nicht mehr authentisch an, so dass der Kontakt allgemein sporadischer wurde.

Und dann passierte das Unausweichliche: Nach einem kleinen Impuls bei einer eigentlich eher belanglosen Unterhaltung konnte ich dann doch nicht an mich halten und die Dinge mussten auf den Tisch gelegt werden. Das war nicht geplant, ich war absolut unvorbereitet und habe so auch den wirklich wichtigsten Anlass für meine Verletztheit vollkommen vergessen zu erwähnen … Dennoch kam die angesammelte „Triggerflut“ auf den Tisch.

Auch wenn es wirklich nicht meine Absicht war und ich mehrfach betont habe, dass ich hier keine Vorwürfe hege, sondern dass gewisse Verhaltensweisen bei mir einfach alte Wunden aufreißen, kamen dann einfach nur ungefilterte Rechtfertigungen zurück, die bei mir wiederum ein schlechtes Gewissen ausgelöst haben, warum und das alles nicht einfach für mich behalten habe und gut ist … Es war nicht das erste Mal und ich wusste ja auch, wie mein Gegenüber in etwa reagieren wird …

Der Kontakt ist seitdem leider wieder mal abgebrochen.

Wäre ich frei vom Ego, wäre das eine Lapalie gewesen, die ich lächelnd zur Kenntnis genommen hätte, aber mein Ego ist eben hier und da doch noch präsenter als ich es mir wünsche …

Ist eben so. Punkt ;-).

trigger2

Erster Gedanke: Ich habe nichts falsch gemacht!

Kürzlich passierte es dann genau andersherum. Ich habe bei jemand anderem etwas ausgelöst und diese Person hat das wiederum an mich rangetragen.

Mein erster spontaner Gedanke: Hey, ich habe nichts gemacht, was willst du denn von mir! Ich war innerlich aufgewühlt, im Magen grummelte es. Das war wahrscheinlich genau die Reaktion, die ich bei der obigen Person auch hervor gerufen habe! Im ersten Moment habe ich das als vollkommen unberechtigte Kritik aufgefasst. Aber …

 

Mein zweiter Gedanke: „… ich wollte wirklich niemanden verletzen!“

 

Und mein dritter Gedanke: „Okay, die Person hat eine andere Geschichte. Und auch, wenn es in meiner Wahrnehmung „NICHTS“ war, war passiert ist, so war es in ihrer Wahrnehmung eben etwas anderes. Etwas schmerzliches. Ich brauche mich nicht dafür zu rechtfertigen, was ich gemacht habe, denn es war grundsätzlich nichts falsch daran. Aber ich kann zuhören und respektieren. Ich kann mich dafür entschuldigen, dass ich mit meinem Verhalten jemanden unbewusst gekränkt habe. Und mit dem neuen Wissen kann ich bewusster agieren und die Triggerpunkte meines Gegenüber respektieren.

Für mich fühlt sich das so richtig und gut an. Ich persönlich finde es wichtig – gerade bei Personen, die mir nahe stehen –  offen und ehrlich zu sein. Es geht nicht um richtig oder falsch, wahr oder unwahr – wir habe alle unsere Geschichten und eben unsere „wunden Punkte“.

 

Ohne mir jetzt auf die Schultern klopfen zu wollen, aber so hätte ich es für mich in der oben geschilderten Situation gerne gehabt! Einfach mal gesehen und gehört werden und so ein klein wenig Verständnis dafür, dass ich eben ticke wie ich ticke und das ich manchmal nicht ganz richtig ticke, weiß ich auch … ;-).

Auf jeden Fall immer wieder ein spannendes Thema, denn bis sich alte Verletzungen  wirklich ganz auflösen, ist es wirklich ein langer Weg, auf dem noch viele Triggerstolperer liegen …

 

Wie geht ihr damit um – so oder so? Freue mich über ein ehrliches Feedback, ohne es zu persönlich zu nehmen 😉 …

Namaste!

Kerstin

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