Der Kopfstand gehört zu den wohl anspruchsvollsten Haltungen im Yoga. Ihm werden viele positive Wirkungen für Körper und Geist nachgesagt.

Es sieht sehr anmutig aus, wenn die Balance auf der “Krone des Kopfes” in Sirsana – so heißt der Kopfstand auf Sanskrit – gehalten wird. Die Beine sind kerzengerade in die Luft gestreckt und der gesamte Körper thront auf dem Kopf, meist gestützt von den Unterarmen (Shalamba Sirsana). Das erfordert ein hohes Maß an Stabilität, Körperkontrolle, Kraft und auch Mut.

Ich übe den Kopfstand immer dann, wenn ich merke, dass ich sehr aufgewühlt bin. Er hilft mir dabei, eine andere Perspektive einzunehmen und tatsächlich bin ich danach viel ruhiger und klarer.

 

Das bewirkt der Kopfstand

Der Kopfstand ist eine der intensivsten Umkehrhaltungen. Er schenkt dem Körper Kraft und verhilft dem Geist zu mehr Klarheit und Vertrauen.

Der gesamte Organismus wird in Sirsasana einmal komplett auf den Kopf. Das wirkt reinigend. Unser Blut fließt stärker zum Herzen, was dieses kräftigt. Und auch für die Wirbelsäule ist der Kopfstand – richtig ausgeführt – eine Wohltat.

Energetisch gesehen werden im Kofstanf das Stirn-Chakra (Ajna-Chakra, auch das dritte Auge genannt) und besonders das Kronen-Chakra (Sahasrara-Chakra) angeregt. Klarheit, Intuition und Freiheit. Einmal auf den Kopf gestellt sorgt Sirsasana ganzheitlich für eine „Entmüllung“. Danach fühle ich mich klarer und freier.

 

Für wen ist er nichts?

Aber so nett der Kopfstand auch aussehen mag und so vielfältig die Wirkungen auch sein mögen: er ist nicht für jeden geeignet. Bei Probleme mit der Nackenmuskulatur oder der Halswirbelsäule ist Vorsicht geboten. Auch bei Netzhautablösungen und anderen Augenkrankheiten, Bluthochdruck, Herzbeschwerden, Bandscheibenvorfällen und während der Schwangerschaft sollte der Kopfstand gemieden oder nur nach Absprache mit einem Arzt geübt werden. Auch während der Menstration ist es besser, intensive Umkehrhaltungen zu vermeiden.

Aber nicht traurig sein, denn so nett das vielleicht auch anzusehen ist: der Kopfstand ist nicht das „Non plus Ultra“ und es gibt viele Alternativen mit ähnlichen Wirkungen.

 

Wie übt man ihn am besten?

Sirsasana ist, wie gesagt, eine sehr anspruchsvolle Asana und sollte – gerade am Anfang – nur unter Anleitung eines erfahrenden Yogalehrers / einer erfahrenen Yogalehrerin geübt werden. Es macht Sinn, vorher schon eine Weile Yoga praktiziert zu haben, um den Körper besser kennen zu lernen, bevor du dich an diese Asana wagst. Es gibt einige schöne Übungen, die auf den Kopfstand vorbereiten, u.a. der „Hase“ und die „Waage“ (s. Kronen Chakra).

Wenn du dich gut fühlst und die Vorübungen super beherrscht bzw. sie dir keine Probleme bereiten, kannst du versuchen, unter Anleitung den gestützten Kopfstand (Shalamba Sirsana) zu gehen. Ich empfehle immer NUR diese Variante, da sie viel schonender für die empfindliche Halswirbelsäule ist, die in dieser Variante entlastet wird.

So geht´s: Komme in den Delfin, die Unterarme liegen auf dem Boden. Falte die Hände ineinander und forme ein Körbchen für den Kopf. Senke den Kopf langsam und lege die Krone deines Hinterkopfes in die Hände hinein. Laufe mit den Füßen noch ein Stückchen weiter in Richtung Kopf und dann beginne, das Gewicht auf die Unterarme zu verlagern und ganz langsam die Beine in Richtung Himmel auszustrecken. Deine Körpermitte ist dabei ganz aktiv. Du kannst anfangs an einer Wand üben!

 

Gesunde und schonende Alternative: der Kopfstandhocker

Noch schonender für den Nacken ist es, wenn du einen Kopfstandhocker nutzt. Hier auf dem Bild siehst du mich im SIYA-Kopfstandhocker, den ich dir hier nochmal genauer vorstelle, da er wirklich super schön und auch vielseitig einsetztbar ist.

Der Vorteil dieses tollen Kopfstandhockers ist es, das selbst Menschen mit einem empfindlicheren Nackenbereich sich an den Kopfstand wagen können, da der Nacken größtenteils sehr entspannt bleibt. Auch die Balance ist mit diesem tollen Hilfsmittel viel besser zu halten. Ich habe es schon mit einigen Schülern ausprobiert, die vorher noch nie einen Kopfstand gemacht haben und ihn mit Hilfe des SIYA-Hockers problemlos gerockt haben. Ich stand natürlich daneben, aber tatsächlich konnten sich alle mithilfe des Hockers selbst ausbalancieren.

Klar, am Anfang braucht es etwas Übung und wenn du alleine bist, solltest du den Hocker vorsichtshalber vor eine Wand stellen. Für alle, die nicht auf die positiven Wirkungen von Sirsasana verzichten wollen und grundsätzlich keine der obigen Einschränkungen haben, ist der Hocker wunderbar geeignet, um sich schonend und mit weitaus weniger Anstrengung einfach mal auf den Kopf zu stellen.

Wenn du noch Fragen und/oder Anmerkungen hast, schreibe sie einfach in den Kommentar.

Viel Freude beim Üben!

 

Bis bald und Namasté!

 

 

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