Den achtliedrigen Yogapfad – Asthanga Marga – kann man sich als eine Art Hilfsprogramm vorstellen, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Aber mal von vorne. Pantanjali, so heißt es, soll die „Techniken des Yoga“ zwischen 200 v. und 200 n. Christus in den Yoga-Sutras (sanskrit: Leitfaden, Geist, Leitfaden für den Geist) systematisch zusammengefasst haben. Genauere Hintergründe sind allerdings nicht bekannt, ebensowenig, ob es sich bei Pantanjali um einen einzelnen Weisen, einen Zusammenschluss mehrerer Weisen oder auch einen Brahmanenfamilie handelte.

Auf jeden Fall gibt es insgesamt 193 Sutras, die aus kurzen, knackigen, sehr bedeutungsvollen Sätzen bestehen. In den Sutren wird auch die Funktionsweise unseres Geistes beschrieben und welche Schwierigkeiten und Hindernisse (Kleshas) im Geist auftreten können. Selbsterkenntnis und reflektiertes Handeln können dabei helfen, dieses Hindernisse zu überwinden und „innere Freiheit“ und Unabhängigkeit zu erfahren.

Es gibt mittlerweile einige „Interpretationen“ des Yuga-Sutras und jeder Übersetzter legt sie etwas anders aus.

Als Weg zu einer positiven Veränderung des Geistes empfiehlt Pantanjali in seinem Wegweiser den „achtgliedrigen Pfad“. Diesen Pfad kannst du dir als ein Hilfsprogramm vorstellen, um die „Störfaktoren im Geist“ bewusster wahrzunehmen und zu überwinden. Er besteht aus einer Reihe konkreter, praktischer und bis heute noch sehr lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensweisen. Wer diesen Pfad folgt, wird nach und nach die Ursachen von Leid erkennen und sie dann hoffentlich vermeiden und sich so im Laufe der Zeit selbst wieder näher kommen und innerliche Freiheit zu gewinnen.

Der achtgliedrige Pfad ist nicht so zu verstehen, dass notwendigerweise ein Schritt nach dem anderen gegangen werden muss.

Jeder Mensch, der diesen Weg beschreiten möchte, findet seinen persönlichen eigenen Einstieg und setzt andere Prioritäten. Für viele ist heute die Asana-Praxis (aufgrund von körperlichen Beschwerden) die erste Bekanntschaft mit Yoga, aber es geht auch anders und alle Schritte sind gleichwertig und führen irgendwann zur Freiheit.

Ganz wichtig ist es, einfach am Ball zu bleiben, denn die Kleshas sind aber mal so richtig hartnäckig … – mit einer Meditation oder einer Praxiseinheit in der Woche ist es nicht getan – hier heißt es, am Ball zu bleiben. Darum heißt es auch, dass Yoga ein Weg ist, eine innere Einstellung. Viele, die sich erstmal auf diesen Weg gemacht haben, lieben ihn. Klar, es ist manchmal anstrengend und vor allem nicht immer ganz angenehm, aber der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die Schatten anzunehmen – all das bedeutet auch Veränderung. All das macht das Leben um so vieles schöner, liebenswerter und leicht. Ich möchte ihn nicht mehr missen …!

Der achtliedrige Yogapfad – Asthanga Marga – im Überblick

  1. Yamas – der Umgang mit anderen Menschen, Lebewesen, der Umwelt
  2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
  3. Asana – der Umgang mit dem Körper
  4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem / bewusste Beherrschung/Regulierung des Atems
  5. Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen
    6. – 8. Samyama – der Umgang mit dem Geist
  6. Dharana – Konzentration: den Geist schulen und auf die Meditation vorbereiten
  7. Dhyana – Meditation
  8.  Samadhi – das Höchste, die innere Freiheit, Erleuchtung, Erwachen

 

Ich werde nach und nach auf die einzelnen Pfeiler eingehen und sobald sie fertig sind, hier auch verlinken …

Den Anfang machen die Yamas und die Niyamas. In den nächsten Wochen findest du neben einer Zusammenfassung dieser beiden Pfeiler auf meinem Blog auch Gedanken, Aufgaben und Mini-Meditationen zu jedem der fünf Yamas und Niyamas.

 

Bis bald und Namasté!

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