Das erste und somit das Basischakra ist das Wurzelchakra. Es sitzt im Bereich des Beckenbodens. Dieses Chakra verbindet uns mit der Erde. Es heißt Wurzel (Mula) und Stütze (adhara) und verweist damit auf all das, was uns Halt gibt im Leben, was uns trägt und mit der Erde verbindet.

Es steht für fundamentale Themen wie Sicherheit, Nahrung, Obdach. Gelassenheit, Erdung und Ur-Vertrauen gehören zu den Eigenschaften eines geöffneten Muladhara Chakras.

Menschen mit einer „gesunden“ Basis fühlen sich oft mit der Natur verbunden, sind selbstsicher, aktiv und vital. Sie stehen sozusagen mit beiden Beinen im Leben.

Wenn unsere Lebensthemen mit Ängsten und Sorgen bzgl. unserer Basis (also das vermeintliche Überleben oder auch unserer Fortpflanzung) verbunden sind oder wir uns heimatlos und unsicher fühlen, sind das oft Anzeichen dafür, dass es uns an Erdung fehlt und das Muladhara Chakra im Beckenboden blockiert ist.

Und das kann viele verschiedene Ursachen haben. Familiäre oder finanzielle Probleme bedingt durch Arbeitslosingkeit o.ä. sowie eine Krankheit können uns manchmal im wahrsten Sinne des Wortes „den Boden unter den Füßen“ wegziehen. Nicht selten ist eine Blockade in diesem Chakra auch mit einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit verbunden, dass das „Urvertrauen“ zerstört hat.

Körperlich drückt sich eine Störung im Basischakra z.B. in Damerkrankungen, Kreuzschmerzen oder auch depressive Verstimmung durch existentielle Ängste aus. Menschen, die keinen Halt finden, neigen auch zu Suchtproblemen.

In jeder Yogastunde wird auch an dieser „Basis“ gearbeitet. Yoga und Meditation sind eine wundervolle Unterstützung, wenn es daraum geht, das Urvertrauen wieder aufzubauen, sich zu erden und das Selbstwertgefühl zu steigern.

Übungen zur Stärkung deines Wurzelchakras

Mula Bandha

Die Bandhas sind im Yoga immens wichtig. Diese „Muskelverschlüsse“ helfen uns dabei, die kraftvolle Energie im Körper zu halten. Sie sind wichtig, um uns zu zentrieren und auszubalancieren. Für das Wurzelchakra hat Mula Bandha – der Wurzelverschluss  – eine wichtige Bedeutung.

Hierbei handelt es sich um eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur. Es ist ein wenig so, als würdest du den Harndrang zurückhalten wollen. In den meisten Asanas im Yoga wird Mula Bandha gemeinsam mit Uddiyana bandha (das erläutere ich bei dritten Chakra genauer!) durchgehend aktiviert, besonders bei stehende Haltungen, Armbalancen oder auch Rückbeugen.

Wenn Du Dich mehr erden möchtest, dann mache Dich mit diesem Verschluss vertraut und wende es in Deiner Yogapraxis bewusst an …

 

Kuh / Katze

Richte dich erstmal im Vierfußstand gut aus. Die Beine sind dabei hüftweit, die Arme schulterbreit auseinander und dein Fußspann liegt am Boden. Hand- und Schultergelenke sind in einer Linie und die Hände gut aufgefächert. Achte darauf, dass das Handgelenk nicht einknickt und der Mittelfinger nach vorne ausgerichtet ist. Die Wirbelsäule ist gerade und der Kopf befindet sich in Verlängerung der Wirbelsäule.

Sollte diese Haltung deine Knie belasten, lege dir eine mehrfach gefaltete Decke unter die Knie.

Mit der Einatmung lässt du den Bauch Richtung Matte sinken und kommst in ein geführtes Hohlkreuz. Dein Brustbein schiebt nach vorne raus. Die Arme sind durchgestreckt und die Schulterblätter ziehen zueinander. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Bauch und Beckenboden sind entspannt. Ausatmend ziehst du den Beckenboden sanft nach innen oben, der

Nabel geht Richtung Wirbelsäule. Du kommst langsam in einen Katzenbuckel, in dem du den oberen Rücken rundest. Drücke Dich aus den Schultern heraus hoch, das Kinn zieht Richtung Brustbein.

Diesen Flow mache jetzt einige Male hintereinander – bleibe mit dem Atem verbunden, der Atem führt die Bewegung an.

Mit dieser Übung wird deine Wirbelsäule mobilisiert und du beugst Rückenschmerzen vor. Hier kannst du ganz wunderbar in dein Wurzelchakra (oder auch die beiden weiteren Chakras) spüren und den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung in seichter Bewegung wahrnehmen.

 

Tadasana – der Berg

Tadasana ist eine sehr wichtige Position im Yoga. Sie erdet und richtet gleichermaßen nach oben aus. Hier kannst du Stabilität und Leichtigkeit wunderbar miteinander vereinen.

Finde einen angenehmen Stand. Ich nehme die Beine gerne etwas auseinander, andere habe sie lieber geschlossen. Und dann spüre in die Fußsohlen hinein. Verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Fußsohlen. Spüre bewusst die Verbundenheit zur Erde und richte dich von hier aus langsam nach oben aus. Der Körper hat eine angenehme Grundspannung, die Wirbelsäule ist gerade, der Brustbereich öffnet sich und der Blick geht entspannt nach vorne raus.

Mit jeder Einatmung öffnet sich dein Beckenboden leicht, du nimmt Energie aus der Erde in den ganzen Körper auf und ausatmend kontrahierst du den Beckenboden und Unterbauch, um die neu gewonnene Energie im Körper zu halten und nach oben hin zu wachsen. Diese kleine Übung kannst du in allen stehenden Haltungen ein paar Atemzüge praktieren, um somit dein Wurzelchakra zu öffnen und gleichzeitig zu festigen.

Weitere Standhaltungen

Weitere Standhaltungen wie der High Lunge, Vrksana, Balasana oder auch Trikonasana – das Dreieck – sind Übungen, die deine Standkraft und damit die Verbundenheit zur Erde stärken. Suche dir hier ein paar Übungen aus, halte sie und richtige die Aufmerksamkeit – wie gerade beschrieben – auf dein Wurzel-Chakra.

Diese Übungen werde ich alle auch noch einmal in einem kleinen Asana-Lexikon beschreiben.

 

Atemwahrnehmung / Meditation für das Wurzelchakra

Begib dich in einen aufrechten Sitz deiner Wahl. Schaue, dass du aufrecht und gleichermaßen bequem sitzt. Finde dich hier in Ruhe ein und beobachte für eine Weile Deinen Atem.

Dann richte die Aufmerksamkeit  auf dein erstes Energiezentrum, das sich zwischen Anus und Genitalien nach unten öffnet. Verweile dort, ohne Absicht und ohne Erwartungen. Nimm einfach wahr, wie es sich hier anfühlt. Deine reine Aufmerksamkeit bewirkt eine sanfte Belebung des ersten Chakras. Du spürst, wie es langsam und stetig zu kreisen beginnt. Eine warme, pulsierende Energie strömt in ihm. Sie lässt in seinem Innern allmählich ein klares, intensiv-rotes Licht entstehen.  Wenn Du magst, dann stärke die Visualisierung mir der Affirmation „Ich vertraue“. Verweile hier, so lange es dir gut tut.

Um auf dein Basischakra zu meditieren, gibt es noch verschiedene weitere Möglichkeiten.Das Chakra ist mit dem Element Erde verbunden – eine Baum- oder Bergmeditation schafft viel Erdung und Sicherheit. Ich werde in Kürze auch noch eine schöne Meditation für das Wurzelchakra hier bereit stellen.

 

Stärkung des Muladhara-Chakras im Alltag

Um dein Wurzelchakra ernährungstechnisch zu stärken, brauchst du „erdende“ Nahrungsmitte wie z.B. Wurzeln und Kartoffeln, rote und dunkelbraune Früchte und Kräuter. Gut ist auch etwas Schärfe durch Gewürze wie Chilli, Ingwer und Chayenne-Pfeffer o.ä.

Gehe möglichst viel raus in die Natur. Umarme einfach mal einen Baum, spüre dabei die tiefe Verbindung und lasse des Baumes, die tiefe Verwurzelung auf dich über gehen.

Om Shanti und Namaste!

 

 

 

P.S. Ich biete übrigens in regelmäßigen Abständen als „kleine Yogaauszeit“ eine ca. dreistündige Reise durch die Chakren an.  Du bist jederzeit herzlich dazu eingeladen <3!

Beitrag teilen...