Mein Leben war bis vor einigen Jahren eine Achterbahnfahrt in Dauerschleife. Immer wieder ging es rauf und runter, rauf und runter, rauf und runter …

Wenn irgendetwas gut lief, ich ein Kompliment bekam, eine Prüfung bestand, ein guter Auftrag reinflatterte, dann war ich ganz obenauf. Sobald irgendetwas weniger gut lief, meine Arbeit nicht geschätzt wurde, mich jemand versetzt hat, ich einen Verlust erlitten habe, meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, gings dann wieder – je nach „Drama“ – ein kleines oder auch etwas größeres Stückchen bergab.

Ich weiß noch, wie ein verloren gegangenes Smartphone tagelang dafür sorgen konnte, dass ich richtig übelst gelaunt war … aber so richtig! Ein Smartphone! Da konnte die Sonne scheinen, mir jemand ein Lächeln schenken, aber ich war so mit meinem Verlust beschäftigt, dass ich das nicht gesehen haben.

Genau genommen war ich ferngesteuert vom Außen. Ich war überall, nur nicht bei mir. Alles war mir wichtig, nur ich mir selbst nicht …

Wenn ich das heute aus der Distanz betrachte, hört sich das ziemlich stumpfsinnig an, aber seinerzeit empfand ich das als normal, wenngleich diese extremen Gefühlsschwankungen schon sehr anstrengend waren … !

Es fällt mir heute leicht, das offen darüber zu reden, weil es eben Geschichte ist. Ich bedauere auch nichts, warum auch. Es war einmal … Schließlich lebe ich nicht in der Vergangenheit, sondern JETZT. Und würde ich mich jetzt stundenrund darüber aufregen, mit Achterbahnfahrten wertvolle Lebenszeit verschenkt zu haben und einfach nur ferngesteuert gewesen zu sein, dann hätte sich ja auch nichts geändert …

Ne, ne – lass mal stecken. HIER spielt die Musik und genau HIER bin ich auch meistens, denn im HIER und JETZT ist es es einfach wundervoll – egal ob die Sonne scheint oder ob es regnet … Und das HIER ist für mich die WOLKE 4 …

 

Wolke 4 – kein Stück langweilig!

 

Damals dachte ich immer, dass das furchtbar langweilig ist auf dieser monotonen Wolke dahin zu schweben und sich einfach vom Leben treiben zu lassen. Ich wollte alles kontrollieren und habe dabei nicht bemerkt, dass ich es war, die kontrolliert wurde.

Ich fand mich und meine Achterbahnfahrten mega cool und mein Leben an sich überaus aufregend …

… bis ich irgendwann an Wolke 1 vorbeigeschlittert und hammerhart aufgeknallt bin. Das tat weh. Das tat richtig weh! Da war nichts mehr, was federte und mich irgendwie aufgefangen hätte. Nichts. Der nackte Betonboden. Die nackte Realität.

Nachdem ich mich eine Weile hier aufgehalten und mich und meinen Schmerz zutiefst gespürt habe, weil ich einfach nicht mehr weglaufen konnte und wollte, wusste ich, dass es Zeit war, aufzubrechen. Ganz sicher nicht wieder hoch hinaus, soviel war klar. Es sollte diesmal ein anderer Weg werden …

 

Mit Yoga Richtung Wolke 4

In dieser Zeit ist mir Yoga wieder begegnet. Ganz langsam und ganz leise kam ich „dem  stillen Glück“ ein Stück näher und was soll sagen: „Du bist das Beste, was mir je passiert ist“ und ja, „es tut so gut, dass du mich liebst …“

Es hat gedauert, bis ich es in mein Leben lassen konnte. Immer ein Stückchen mehr. Und ganz häufig ist es heute da und wir gehen Seite an Seite, das stille Glück und ich.

Es wäre gelogen zu sagen, dass ich permanent auf Wolke 4 schwebe, aber ich bin hier doch des öfteren zugegen und pendle meistens so zwischen Wolke 3 und 5 daher. Großartig. Da wird einem auch nicht ganz so schwindelig 😉 …

Und wie alles im Leben braucht es etwas Übung, es sei denn, man ist ein Naturtalent … Yoga, Meditation und Achtsamkeitstraining helfen mir dabei, dem stillen Glück dauerhaft näher zu kommen und nahe zu bleiben. Mich von alten Konditionierungen und Mustern zu verabschieden. Mich von einengenden Gedanken und Gefühlen nicht fremdsteuern lassen, das ist Wolke 4.  Frei zu sein, von dem was im Außen geschieht ist für mich die wahre Unabhängigkeit, die in der absoluten Freiheit münden kann.

Ich kann nur jedem anraten, es mal auszuprobieren, denn – und hier wiederhole ich mich gerne – „Du bist das beste, was mir je passiert ist!“

Namaste!

P.S. Wer mein „Liebesbekenntnis“ in Poesieform noch nicht kennt, dem wünsche ich ganz viel Freude mit meinem VinYasaLove Poetry Slam.

 

 

 

 

Danke, für diese inspirierende Musik!

 

 

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