Das dritte Chakra wird auch Manipura- oder Solarplexus-Chakra genannt. Es sitzt ein paar Zentimeter über dem Nabel (direkt am Solarplexus) zwischen dem Sakral- und dem Herzchakra und verbindet uns mit dem Element Feuer.

Das Nabel-Chakra steht für unsere innere Stimme, unsere Intuition. Nicht umsonst heißt es, man sollte doch häufiger mal auf das Bauchgefühl hören.

Themen wie Selbstbewusstsein, Willenskraft und Mut werden mit diesem Chakra in Verbindung gebracht. Ihm wird die Farbe Gelb zugewiese – ein starkes Sonnengelb – dass dir viel Energie und Antrieb gibt. Das dritte Chakra ist auch bekannt als Sonnengeflecht, weil sich in der Höhe des Nabels ein Geflecht von Nervenfasern befindet – der Sympathikus.

Wenn das dritte Chakra blockiert ist, dann fällt es den Menschen schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und ins Tun zu kommen. Oft stehen wir auch da und wissen einfach nicht, welchen Weg wir nun einschlagen sollen. Menschen mit blockiertem Nabel-Chakra fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen. Körperlich gehen damit oft Magen- oder Unterleibsschmerzen einher. Auch Essstörungen, Verdauungs- oder Stoffwechselprobleme gehen damit einher.

Menschen mit einem geöffnete Solarplexuschakra hingegen sind selbstbewusst, antriebsstark und innerlich sehr ausgeglichen. Sie hören auf ihr Bauchgefühl, können sich leicht entscheiden und sie stellen sich ihren Ängsten. Mit Widrigkeiten und Kritik können sie gut umgehen, da sie einfach gefestigt sind.

Yoga kann dir dabei helfen, dein inneres Feuer zu entfachen und herauszufinden, wofür du wirklich brennst!

 

Übungen zur Stärkung deines inneren Feuers

Um das dritte Chakra zu beleben und das Feuer in Dir zu entfachen, eignen sich alle Übungen, die die Bauchmuskulatur stimulieren und kräftigen. Ganz wichtig ist auch Uddiyana Bandha und die Feueratmung. Und natürlich der Sonnengruß, der aufgrund seiner unglaublichen Vielfältigkeit jedes einzelne Chakra in irgendeiner Form anspricht.

 

Pranayama: Feueratmung

Diese Atmung ist eine der aktivierendsten Atemformen im Yoga. Sie betont gleichermaßen Ein- und Ausatmung und kann mit etwas Übung  ein echter Fettkiller sein! Außerdem ist sie besser als Kaffee, um morgens aus dem „Quark“ zu kommen. Mit der Feueratmung kannst du mal richtig Dampf ablassen! Genau die richtige Atmung, um dein Manipura-Chakra so richtig durchzuwirbeln und „Feuer“ in deiner Mitte zu entfachen!

Auf geht’s: Finde einen Sitz für dich angenehmen Sitz und richte dich gut aus. Entspanne die Atmung und lausche erst mal eine kleine Weile ihrem Kommen und Gehen. Für die Feueratmung atmest du dann in gleicher Intensität schnell und rhythmisch durch die Nase ein und aus. Beginne erst mal mit wenigen Atemzügen und steigere dich dann langsam. Während der Ausatmung setzte unbedingt Mulah Bandha und Uddiyana Bandha!

 

Bandhas: Uddiyana Bandha

Im Artikel über das Wurzel-Chakra habe ich ja bereits erklärt, worum es sich bei den Bandhas handelt. In den meisten Asanas im Yoga wird Mula Bandha gemeinsam mit Uddiyana bandha durchgehend aktiviert, besonders dann, wenn die Mitte gestärkt wird!

Uddiyana Bandha ist der mittlere der drei „Verschlüsse“ und stabilisiert den mittleren und oberen Rücken. Um Uddiyana Bandha zu setzen, wird der Unterbauch in der Ausatmung nach innen und der Bauchnabel gleichzeitig schräg nach oben Richtung Wirbelsäule gezogen. Stelle dir einfach vor, dass du einen Faden, der etwas unterhalb des Bauchnabels befestigt ist, gefühlt nach innen und nach oben ziehst. Dein Zwerchfell zieht automatisch hoch Richtung Brustkorb und die Bauchorgane werden näher zur Wirbelsäule hingezogen.

Wenn du regelmäßig Uddiyana Bandha praktizierst, stärkst du dich! Agni, das Verdauungsfeuer wird anregt, die Bauchorgane massiert und du merkst zunehmend, wie Trägheit und Anspannungen verschwinden.

 

Drei Körperübungen zur Stärkung der Mitte

Navasana – das Boot

Setzte dich auf deine Yogamatte und strecke die Beine aus. Deine Hände liegen neben dem Gesäß. Neige den Oberkörper leicht nach hinten und hebe beide Beine gestreckt nach oben, so dass deine Füße etwa auf Kopfhöhe oder darüber sind. Die Arme werden jetzt nach vorne gestreckt, so dass sie auf Schulterhöhe sind.

Verweile hier ein paar tiefe Atemzüge. Bleibe entspannt und blicke sanft geradeaus.

Das Boot ist eine sehr kraftvolle Haltung. Wenn Dir das anfangs noch zu anstrengend ist, dann winkel deine Knie erstmal an und komme ins halbe Boot!

Varianten

Es gibt unzählige Variationen, die du in diese Haltung einbauen kannst, u.a. einen Twist. Dafür wählst du dein Boot und drehst die einfach mit jeder Ausatmung zu einer Seite … Das machst du so lange, wie es sich einigermaßen gut anfühlt 😉 …

Wer schon gut gestärkt ist, kann das ganze Boot in der Ausatmung Richtung Erde bringen, ohne es ganz abzulegen und kommt einatmend aus der Kraft des Zentrums langsam und geführt wieder hoch. Das ganze mehrfach wiederholen.

 

Yogisches Fahrradfahren

Du liegst auf dem Rücken und legst ein ineinander verzahnten Hände in den Hinterkopf. Mit der der nächsten Ausatmung hebst du den Oberkörper von der Matte ab und winkelst die Knie an. Dein Blick geht entspannt Richtung Himmel. Dann beginne, im Fluss deiner Atmung „in die Pedale“ zu treten, so als ob du los radeln wolltest.

Alternative:

Führe einatmend den linken Ellenbogen und das rechte Knie zusammen, strecke das rechte Bein aus. Komme ausatmend wieder zur Mitte, beide Knie sind angewinkelt. Übe abwechselnd beide Seiten für mindestens 10 Atemzüge. Der Oberkörper wird nicht abgelegt.

 

Dhanurasana – der Bogen

Lege dich auf den Bauch. Die Arme liegen ruhig neben deinem Körper. Beuge dann die Knie und bringe die Fersen so nah wie möglich an dein Gesäß. Hebe die Hände und greife dir den jeweiligen Fußrücken (Wenn du geübter bist, kannst du auch den Fußspann und oder das Schienbein greifen). Füße und Beine bleiben hüftweit auseinander. Wenn du gut positioniert bist, dann bewege mit dem nächsten Einatmen die Fersen vom Gesäß weg und hebe die Oberschenkel an.

Nutze die Zugkraft aus, um deinen Brustkorb zu heben. Die Schulterblätter wollen gefühlt zueinander und die Schultern gehen wie immer weg von den Ohren.

Hebe den Kopf an, so dass dein Blick nach vorne gerichtet ist. Wenn es den Nacken zu sehr anstrengt, dann richte den Blick etwas mehr zum Boden. Halte die Position für ein paar tiefe Atemzüge und löse sie sanft in der Ausatmung. Lasse allen Stress los und spüre nach.

 

Es gibt unzählige weitere Übungen, die dir helfen, deine Mitte zu stärken und das Feuer in dir zum Brennen zu bringen … Sei einfach kreativ und komme ruhig mal etwas ins Schwitzen!

Meditation

Begib dich in einen aufrechten Sitz Deiner Wahl. Finde dich hier in Ruhe ein und beobachte für eine Weile deinen Atem. Dann richte die Aufmerksamkeit auf dein drittes Energiezentrum, dass sich etwas oberhalb des Nabels befindet.

Verweile dort, ohne Absicht, ohne Erwartungen. Nimm einfach wahr, wie es sich hier anfühlt. Deine reine Aufmerksamkeit bewirkt eine sanfte Belebung deines Sonnengeflechts. Spüre in den Zustand deiner persönlichen Kraft. Akzeptiere alles, wie es ist. Durch die bedingungslose Annahme entspannt sich dein drittes Chakra und beginnt, in einer warmen, kraftvollen Energie zu kreisen. Diese wunderbaren Schwingungen lassen in deinem Inneren ein goldgelbes, sonniges Licht entstehen – eine Sonne, die sich nach und nach immer mehr ausbreitet und immer heller und heller wird. Goldgelbes und warmes Licht durchflutet dich. Wenn du magst, dann stärke diese Visualisierung mir der Affirmation „Ich bin ich meiner Kraft“, „Ich bin intuitiv“ oder „Ich nehme die Dinge selbst in die Hand“. Verweile hier, so lange es dir gut tut.

 

Im Alltag

Komme ins Tun! Nimm, statt einen Maler zu bestellen, einfach mal den Pinsel selbst in die Hand. Traue dich, etwas Neues zu lernen! Singe und tanze und wachse über dich hinaus. Um dich noch besser mit deinem Nabel-Chakra zu verbinden, kannst Du ein Feuer machen oder eine Kerze anzünden. Am besten ist natürlich Sonnenlicht! Denke nicht zulange nach, sondern höre einfach mal auf dein Bauchgefühl!