In Zeiten, in denen ich mich „lost“ fühle, ist diese Baummeditation einfach wohltuende und heilsam … Du kannst sie auf der Matte / auf deinem Meditationskissen machen, aber noch viel schöner und wirksamer ist es, einfach in den Wald zu gehen und hier einem Baum nahe zu sein, der dich spontan anspricht …

Nähere dich (ggf. eben auch in Gedanken) langsam diesem kraftvollen Baum.

Bei ihm angekommen breitest du deine Arme aus und umarmst ihn herzlich. Nimm dir einen Augenblick, seinen Stamm zu fühlen.

Und dann spürst du diese unglaubliche Verbundenheit. Diese Sicherheit, die er ausstrahlt und auf dich überträgt.

Schaue einfach, was jetzt kommt.

Und vielleicht magst du dir dann vorstellen, dass der starke Baum und du, dass ihr beide jetzt miteinander verschmilzt.

Verbindet euch, werdet eins.

Du bist nun dein Baum. Fühle dein Baumsein.

Stelle dir vor, wie aus deinen Füßen Wurzeln wachsen und wie sie sich tiefer und tiefer in die Erde eingraben. Dein Körper verbindet sich mit starken Stamm und deine Arme werden zu kräftigen Ästen, von denen viele weitere Aste abzweigen, an den viele Blätter sind.

Und dein Kopf wird zur Baumkrone. Du hast hier die klare Übersicht.

In diesem Augenblick bist du nichts anderes als ein atmender Baum, der ausgeglichen, stabil in der Stille von Körper und Geist verweilt.

Selbst wenn es mal windig ist oder gar stürmisch und der Baum schwankt, so lässt er sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen.

Fühle dich hier rein. Spüre die Verbundenheit mit der Erde. Spüre die tiefe Verwurzelung. Spüre deinen Gleichmut, wie windig es auch gerade im Alltag sein mag.

Mit deinen Blättern fängst du nun die Sonnenstrahlen auf und bündelst die Energie, die du bis hinunter in deine Wurzeln schickst.

Haaaahhh! Fühle, wie dieser Strom lebensspendender und reinigender Energie durch deinen gesamten Körper und den Geist fließt.

Die Sonne geht unter, die Nacht bricht nun herein.

Die Vögel verstummen – alles ist still. Es ist dunkel, nur eine paar Sterne leuchten am Himmel.

Hier und da rauscht ein Windzug durch dich hindurch und lässt deine Blätter rascheln.

Und noch immer fließt die Lebensenergie durch deinen Körper hindurch.

Die Tage und Nächte, Wochen, Monate und Jahre kommen und gehen.

Du bekommst neue Blätter, Knospen sprießen, du beginnst zu blühen, trägst Früchte. Die Blätter werden bunt bis sie schließlich abfallen und du ganz nackt darsteht.

Doch deine Lebensenergie fließt gleichmäßig weiter – immer weiter. Egal was kommt – du nimmst alles still und gleichmütig an.

Kraftvoll und würdevoll stehst du da, bis eines Tages neue Blätter wachsen und sich der Kreislauf wiederholt.

Und so erlebst du Tag und Nacht, Sonne und Regen, Wärme und Kälte, Schnee und Eis. Und so mancher Sturm fegt um dich herum, lässt deine Äste im Wind biegen und machmal sogar brechen – aber tief in dir drin bist du ganz gefestigt, ganz stabil.

Verweile solange hier mit deinem Baum, bist du dich wieder geerdet und sicher fühlst.

Und auch, wenn mal kein Baum in unmittelbarer Nähe ist, kannst du dich jederzeit mit dem Bild des starken unerschütterlichen Baumes vor deinem inneren Auge verbinden und eine wohltuende Erdung erfahren.

Namasté !

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